Während unserer Schleppkarriere hatten wir schon mehrere interessante Diskussionen wie sich Pilot und Windenfahrer verhalten sollen, um möglichst sicher schleppen zu können, aber dennoch anständige Höhen zu erreichen. Überaus interessant ist, dass hier die Meinungen relativ weit auseinander gehen.
Da wir die ganze Schlepperei ohnehin ohne kommerzielle Aspekte betreiben, bieten wir auch keine Schleppkurse an, da wir sowieso der Meinung sind dass eine kurze, seriöse Einweisung für geübte Höhenflieger absolut genügt. Auch möchten wir den Grudsatz "freies Fliegen" (in der Schweiz
) nicht einschränken und sind der Meinung dass es immer noch am besten ist den gesunden Menschenverstand walten zu lassen. Übrigens haben wir weit über 500 unfallfreie Schlepps mit verschiedensten Piloten durchgeführt!
Es gibt hauffenweise Theorien über Ausbildung und Flugtechnik, darum möchten wir hier unsere eigene nicht nochmals präsentieren. Eigentlich gibt es nur ein paar wenige Sachen welche bei uns befolgt werden müssen, damit die ganze Angelegenheit sicher ist und auch für Pilot und Windenfahrer spass machen:
- Pilot braucht geprüfte Ausrüstung, Schirm darf nicht sackfluganfällig sein.
- Pilot muss mit seiner Ausrüstung vertraut sein, grundsätzlich schleppen wir nur brevetierte Piloten oder Schüler welche Prüfungsreif sind.
- Schlepphöhen von über 150m sind angemeldet.
- Bei Schwierigkeiten wird in Bodennähe nicht geklinkt!
Unser Startprozedere:
- 5-Punkte-Check, Klinke befestigt?
- Startleiter - Windenfahrer: "Pilot bereit, Seil anziehen!"
- Pilot stemmt sich dagegen, bis Seil straff ist.
- Startleiter - Windenfahrer: "Seil straff, 3, 2, 1, Start!"
- Dann warten bis man vom Seil weggezogen wird! Bitte nicht losrennen, sonst könnte Seil für kurze Zeit lose werden und Startvorgang stören.
- Schirm aufziehen, Schirm kontrollieren, Kontrollblick, letzte Korrekturen machen.
- Abheben und Steigflug mit möglichst wenig Bremseinsatz, immer auch mit Gewichtsverlagerung korrigieren.
- Immer auf Winde zusteuern, auch wenn man vom Wind abgedriftet wird.
- Bei ungenügender Schleppgeschwindigkeit (z.B. wegen Rückenwind) mit etwas Bremseinsatz den Anstellwinkel korrigieren.
- Das Klinken erfolgt ohne Zug mit losem Seil, d.h. erst wenn der Windenfahrer den Seilzug auf praktisch null reduziert hat.



TECHNIK
