Flachland + Schnee + Sonne + Sonntag + keine Schafe = Schleppen auf dem Iselisberg
Am Sonntagmorgen in aller Frühe (10:45) weckt mich Steini aus der Lethargie, die sich bei mir eingeschlichen hat, da ich nach einem Spitalaufenthalt wieder einmal für nahezu bewegungsunfähig erklärt bin. Nun gut, als Windenfahrer hat es ja wieder einmal gereicht und die Allgemeinheit ist nicht unzufrieden damit.
Trotzdem, nachdem ich meinen Schädel in Richtung gleissendes Sonnenlicht in der frisch verschneiten Winterlandschaft erhoben habe, kam auch mir der spontane Gedanke einer Schlepperei in den Sinn. Der Anruf von Steini war dann sozusagen der Tritt, den es braucht, um Bettlägrige zur Aktivität zu ermuntern. Zunächst musste der Webmaster orientiert werden, damit dieser das Terrain sondiert; wegen dem Maier, respektive dessen Schafherde. Nachdem auch dieser Aspekt positiv geklärt worden ist, haben wir uns auf 12:00 vor Ort verabredet. Ein Schwall SMS und weitere Anrufe brachten dann sage und schreibe 8 Flugsüchtige auf Entzug zusammen und es konnte pünktlich losgehen.
 
Dass sich die Winterstürme ordentlich austoben können, hat man freundlicherweise die Zäune umgelegt, so dass fast genau 800 Meter Seil über Weiden und Äcker ausgelegt werden konnte, also ziemlich ideal für einen anständigen Einstieg in die neue Saison der Höhenflüge. Schon auf der Hinfahrt den Uesslinger Rebberg hinauf hatte ich das Gefühl, dass es da zwischen den verschneiten Rebstöcken etwas flimmert.
Die zwischen halb- und ganzstündigen Flüge bewiesen anschlissend, dass ich mich nicht getäuscht hatte. Zum Teil wurde schnell wieder gelandet, da es ein paar Meter weiter oben einfach immer noch zu kalt ist für länger dauernde Aufenthalte, Severin dafür musste sich erst bei Neunforn zu Boden begeben, nachdem er mit einem stündigen Flug auch den (bescheidenen) Streckenrekord mit Schleppstart am Iselisberg aufgestellt hat. Dem einen oder Anderen hat es aber für einen Flug von über einer halben Stunde gereicht, was für einen vorgezogenen Saisonauftakt doch ganz anständig ist.
Die Südwindlage mit den dynamischen Aufwinden an der Thurtalkante und gleichzeitig der relativ starke Sonnenschein machte dies möglich; eine hier bisher selten erlebte Kombination, welche im Sommer nur bei ausgeprägten Föhnlagen eintritt, dann allerdings in der Regel ohne Thermik. Auf jeden Fall lässt dies auf einen interessanten Frühling hoffen!
Etwas durchgefroren und hungrig machten wir uns nach 16:00 und 13 sehr erfolgreichen Schlepps in einer grandiosen Landschaft auf in die Traube, um dort die Bedienung noch etwas auf Trab zu bringen.
Wieder einmal hat sich gezeigt, dass auch nach einer kurzen Vorwarnzeit von etwas mehr als einer Stunde ein geselliger Anlass entsteht, wo jeder auf seine Kosten kommt, sei es mit Seil ausziehen, oder eben auch mal dran hängen. Auf jeden Fall hat es Spass gemacht, so sollte es doch immer sein! Ebenso die Begeisterung der zahlreichen Zuschauer, welche auf Ihrem Sonntags-Spaziergang noch etwas geboten bekamen, wir haben auf jeden Fall nur freundliche Kommentare zu hören gekriegt - für alles Andere bestand ja auch kein Grund.
Mit schleppenden GrĂĽssen
Alex
PS: die offizielle Saison-Anschleppete des Bora-Club soll Mitte März stattfinden, Genaueres ist unter Termine nachzulesen.




