Angefangen...hat das Ganze eigentlich zu dem Zeitpunkt, als wir im Spätsommer 2002 in der Technikerschule dazu aufgefordert wurden, ein mögliches Thema für den Höhepunkt unserer schulischen Karriere, der Diplomarbeit, zu finden und eine entsprechende Aufgabenstellung zu formulieren. Nach einigem Hin- und Her zwischen Thomas und Alex über Sinn, Unsinn und Gefahr reichten die beiden eine Gruppenarbeit ein mit dem Titel:
Mobile Schleppwinde für Gleitschirme. Das Thema wurde von der Schule bewilligt, und so begann nach den Osterferien 2003 die Plage für das Diplom. Andere Leute hockten sich in der Badi den Allerwertesten in die Breite und wir die Unsrigen in der guten Stube vor Computer und Fachbüchern, jedoch motiviert auf die mögliche Realisierung hin arbeitend. Eigentlich war es nicht so schlimm, wenn in diesem Sommer nur die Temperaturen nicht dermassen hoch gewesen wären. Doch schliesslich musste nun ja bewiesen werden, was wir in der Schule nicht gelernt hatten. Für den interessierten Leser:
 DIPLOMARBEIT.pdf (Kurzfassung, 52KB)
 DIPLOMARBEIT.pdf (Komplett, 19'819KB)
FĂĽr den Guckst-Du-hier:Â
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 UNSERETOLLEPRÄSENTATION.PPS
Umsetzung in die Tat
Auch wenn wir während des Diplomsemesters die Arbeit vorerst nur auf theoretischer und konstruktiver Basis fertig- und vorgestellt haben, machten wir uns gleich nach dem atomaren Suff vom 25./26.10.2003 (unserem Archimedes (= Streberdiplom!), alias Patrick Bosshard, sei an dieser Stelle noch einmal bis an die Magenwand gedankt, schliesslich hat er sein Preisgeld der Schule in Zigarren und Alkohol für uns liebe Mitschüler angelegt..) auf den Weg in die Werkstatt.
Bei Thomas wurde spanend bearbeitet, bei Alex montiert und geschweisst. Herr Kollege Frank kam dann am Schluss wegen der Steuerung dazu, er hatte ja die entscheidende Idee des Elektroantriebs geliefert. Da war es nur recht, dass er auch seinen Teil davon hatte.
Alex' Stube wurde fĂĽr ein halbes Jahr als KonstruktionsbĂĽro missbraucht.
Sehr lehrreich war auch die Vernetzung unserer PCs, sich mit sterbenden Festplatten rum zuschlagen usw...
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Wir haben uns selber ein sehr hohes Ziel gesetzt: Die Winde musste in einem kleinen VW Golf II transportiert und auch darin betrieben werden können.
Auf Alex' Balkon sind sehr viele gute Ideen entstanden. Kein Wunder, denn schon als Kind hatte er sich als "Seilbahnführer" und später auch im Tessin als Hersteller einer kompletten Anlage zum Ferienhaus seines Vaters bewiesen.
Konstruiert wurde mit SolidWorks. Sehr praktisch war, dass die Daten ohne grossen Aufwand mit der Programmiersoftware MasterCam weiterverwendet werden konnten.
Das waren lange Tage (und Nächte):
Gefräst wurde auf einem 5-Achsen Bearbeitungszentrum Hermle C800U.
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Die Kulissenwalze, das "schönste" Stück unsere Arbeit, auch in Sache CAD oder CNC-Programmierung eine der grössten Herausforderungen.
Teamwork: Während Alex die Trommel schweisst fräst Thomas parallel die noch fehlenden Teile. Der grosse Augenblick: Bei der Montage passt alles wie geplant!
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Und das Schönste an der ganzen Sache?
Alles klappte und funktionierte wie in der Diplomarbeit beschrieben, ohne Änderung und Nachkonstruktion auf Anhieb. Wir hatten die Möglichkeit, dies muss an dieser Stelle unbedingt erwähnt sein, durch unsere damaligen Arbeitgeber mit neuzeitlich modernen Tools wie 3D-CAD und CAM arbeiten zu können. Der notwendige Dokumentationsaufwand war dadurch vergleichsweise gering, sofern ein gegenseitiges Update mit den neusten Fakten stattfindet. So wurde denn auch bis in die frühen Morgenstunden von Samstagen und Sonntagen gewerkelt und Zwischenerfolge gefeiert, daneben machte die Hermine (HERMLE C800U) jeweils einen gehörigen Radau, da nebenbei noch ein paar Töff-Teile gefertigt werden mussten...
Erste Schlepps
- Thurvorland Uesslingen
- Fällanden
Begutachtung durch die Experten
- Schlepp mit Cello
- Segelflugplatz Schmerlat, SH
- Schlepps am Rheinfall, Rhyfallair
- Hochzeitsantrag in der Luft
Schwachstellen
Im Nachhinein haben wir einige "Kleinigkeiten" entdeckt welche noch geändert werden mussten:
- Das Drahtseil wurde mit einer Dyneema-Flechtleine ausgetauscht.
- Trommel: Auch wir konnten es kaum glauben: Die Zugkraft von etwa 1000N wurde bei jedem Umgang addiert und somit wirkten so hohe Radialkräfte dass die Trommel verformt wurde. Das grösste Problem war das Richten der relativ dicken Bleche. Die Suche nach einer genug grossen Richtpresse blieb erfolglos. Wir haben uns dann für den 2kg-Schlegel mit zugeschliffenen Holzbalken entschieden. Ich glaube noch 3 Tage später hatten wir Muskelkater...
- Übersetzung: Ausgelegt hatten wir die Geschwindigkeit für ca. 36km/h, was für meinen damaligen Schirm auch genügte. Bei modernen Schirmen mit einer höheren Trimmgeschwindigkeit wurde das aber zu einem immer grösseren Problem und somit wurde das Antriebsritzel geändert.
Immer nur Schleppen…
Als Pilot führte Thomas ein echtes Herrenleben: hinstehen, anklinken, möglichst weit schleppen lassen und dann das Seil über der Winde ausklinken. Alex legt es dann ja wieder hin, was an unserer Piste an der Thur jeweils 1300m Fussmarsch oder mit dem Bike bedeutete. Am Nachmittag so schnell mal 6-8 Schlepps, und das Fitnessprogramm ist wieder absolviert. Leider hat es nichts genützt…
Da waren Massenevents wie in Winterthur oder am Rheinfall schon etwas komfortabler, da man dort meist einen Töff oder ein -li zum Auslegen dabei hatte.
Um noch einmal auf den Anfang dieses Abschnitts zurĂĽckzukommen:
Als einziger Pilot des Teams führte Thomas ein echtes Herrenleben: MIT DEM IST’s NUN VORBEI!!
Aber trotz allem: Prost!



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